Alles auf Anfang
- EinfachGarten

- 22. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die wichtigen Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man seinen Gemüsegarten anlegt

Mein Anfang war wohl der Anfang, den viele mit ihrem Garten erleben.
Er begann mit einem Topf, ein wenig Erde und – in meinem Fall – mit einer Tomatenpflanze.
Platz dafür fand sich auf meinem damaligen Balkon in einer kleinen Stadtwohnung.
Jedes Jahr wurden die Töpfe mehr und die Pflanzenvielfalt größer.
Ich war infiziert. Bestimmt kennen das einige von euch?
Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits Gärtnerin.
Und trotzdem begann alles genau hier.
Berufliches Wissen bedeutet nicht, vor allen Fehlern gefeit zu sein und auch mir war es zum damaligen Zeitpunkt nur möglich klein anzufangen.
Ich wusste, wie Pflanzen wachsen.
Ich kannte Böden, Licht, Wasser, Jahreszeiten.
Und doch war dieser Balkon kein Projekt, kein Plan, kein Anspruch.
Er war ein Ort zum Beobachten.
Zum Mitgehen.
Zum Wieder-auf-Anfang-Gehen.
Die ersten Gewächshäuser auf der Fensterbank und die dazu gehörige Fachliteratur bezüglich der Anzucht von Gemüse war natürlich sehr schnell gekauft. Aber die Fragen, die dahinterstanden, waren am Anfang noch nicht so leicht zu beantworten. Einige MEINER Antworten möchte ich heute mit euch teilen und natürlich auch ein wenig euer Denken damit anstoßen. Also fangen wir an mit den Fragen, die am Anfang eures Gemüsegartens stehen…
Wie viel Garten passt ins Leben?
Nach meinem Balkongarten, kam irgendwann mein Hausgarten. Endlich Platz, endlich austoben, ausprobieren und in einem Dschungel leben, aber auch als Gärtnerin habe ich gelernt:
Nicht alles, was möglich ist, ist im Alltag tragbar. Inzwischen habe ich drei Kinder, einen Job, Tiere, die versorgt werden wollen und alles, was noch so mit dranhängt.
Ein Gemüsegarten darf dabei begleiten.
Er darf sich einfügen.
Er darf uns zeigen, was Natur ist und kann und uns darin einbinden.
Aber er muss NICHT jeden Tag Leistung fordern.
Ein Beet, das regelmäßig gesehen und gepflegt wird, ist wertvoller als viele, die im Kopf schwer werden.
Diese Erkenntnis kam nicht aus Büchern – sondern aus dem eigenen Tun. Und ich denke, viele von euch kennen den Moment, in dem einen die erste Erntephase fast überrollt auch.
Frag dich also was du von deinem Garten willst, denn nicht jeder der Gemüse anbaut muss kompletter Selbstversorger werden. Gerade Zeit ist heutzutage einer der wichtigsten Faktoren.
Licht lässt sich nicht ersetzen
Beobachtung ist der entscheidende Gamechanger in Sachen Garten und Natur. Also setzte deine Sinne ein.
Wo geht die Sonne morgens auf?
Wo verschwindet sie?
Welche Bereiche stehen ganz im Schatten und wo verbrennt fast alles vor Hitze im Hochsommer?
Wo pfeift der Wind um die Ecken und wo peitscht der Regen nieder?
Ich plane nicht gegen diese Bedingungen.
Ich lasse sie entscheiden.
Dein Garten zeigt sehr klar, was möglich ist – wenn du nur hinsiehst.
Der Boden bleibt Lehrmeister

Trotz Ausbildung, trotz Erfahrung:
Der eigene Boden ist der eigentliche Meister.
Er bestimmt, wo es lang geht. Geht es ihm nicht gut, wird die ganze Sache eher eine frustrierende Erfahrung.
Nicht jede Erde reagiert gleich. Eigentlich ist sogar nie etwas gleich und nur sehr selten lässt sich etwas beschleunigen. Als ich von meinem Balkongarten auf einen Hausgarten gewechselt habe, begann ich alles umzugraben. Viel hilft auch vielleicht viel. Dachte ich. Aber ich habe sehr schnell gemerkt, dass die Natur ihre eigene Dynamik hat.
Heute versuche ich weniger zu verändern und mehr zu begleiten. Zu geben was gut tut und mich in die Natur einzufügen, nicht sie zu erschaffen oder ihr gar etwas aufzuzwingen.
-Kompost.
-Mulch.
-Zeit.
Oft ist das genug. Also sieh dir deinen Boden an. Wie kannst du ihn natürlich unterstützen?
Wasser ist der „Quell des Lebens“-das ist kein Sprichwort
Ohne Wasser geht im Garten leider nichts. Gar kein so leichtes Thema inzwischen, erleben wir doch derzeit eine klar bemerkbare Veränderung, was Niederschläge betrifft. Sind die zeiten von fehlenden Niederschlägen oft sehr lang, sind diese meist umso heftiger, wenn sie dann stattfinden.
Wasser entscheidet also, wie leicht oder schwer es in deinem Garten wird.
Wie weit ist dein Weg zum Wasser?
Wie viel Aufwand ist realistisch beim Gießen?
Was passiert in trockenen Phasen?
Diese paar grundlegenden Fragen machen einen Garten nicht schwieriger –
die Antworten darauf machen ihn erst tragfähig.
Am Ende lautet die eine entscheidende Frage nicht: Was kann ich anbauen?
Sondern: Was soll mein Garten mir geben?
Ertrag.
Ruhe.

Verbundenheit.
MEIN Garten ist kein Schaubild.
Er ist ein Weg. Dieser muss zu mir passen.
Und deiner zu DIR






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