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Aussaat Slow & Easy

  • Autorenbild: EinfachGarten
    EinfachGarten
  • 21. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Egal wo ich gerade lese oder welche Reels und Videos mir in der Gartensparte begegnen, überall geht es im Januar um das Thema Anzucht.

Das ist die Jahreszeit in der es uns gartenbegeisterten Menschen förmlich unter den Nägeln brennt, endlich wieder los zu legen.

Endlich wieder Erde in den Händen spüren.

Samen säen.

Dem ersten Wachstum zusehen.

Ich bin dabei keine große Ausnahme. Allerdings lernt man über die Jahre, dass nicht die früheste und ausgeklügelste Aussaat unbedingt auch die Beste ist, die ihren Weg im Mai in die Beete und Töpfe findet.

Ich stolpere so oft über all die Do`s and Don`ts , über Regeln, Warnungen und perfekte Abläufe.

Aber sind wir doch mal ehrlich... eigentlich braucht es nicht viel.

Und genau dieses "nicht viel" sehen wir uns in diesem Beitrag heute mal genauer an.


Wir beginnen mit dem Gefäß in dem die Samen das Licht der Welt erblicken sollen, den


Aussaatschalen


Salatschalen aus Kunststoff, bis hin zu selbst gedrehten PaperPots aus Papier, die mit Erde befüllt werden. Jeder, der seine Gemüsepflanzen selbst vorzieht, wird seinen eigenen Favoriten bereits gewählt haben, für alle die neu starten, gibt es hier einige Kriterien auf die ihr achten solltet:


Material:

  • pflanzliche Materalien wie Kokosballen, Eierkartons etc. bieten den großen Vorteil beim umtopfen ganz einfach mit eingepflanzt werden zu können. Das Material verrottet und schont die Pflanzen, da bei diesem Vorgang die Wurzeln der Keimlinge nicht verletzt werden. Allerdings kann es durch die Feuchtigkeit zu einer Schimmelbildung kommen, was die Pflanzen schwächt. Das sollte nach möglichkeit unbedingt vermieden werden.

  • Kunststoffschalen sind langlebig und vor allem kostengünstig, da hier auch Joghurtbecher etc. verwendet werden können. Bei der Anschaffung von Anzuchtschalen, sollte allerdings darauf geachtet werden, hier eine Kunstoffart zu wählen, die möglichst lange verwendet werden kann um den ökoloischen Aspekt im Auge zu behalten

  • Ton-und Terracottaschalen(z.B. Untersetzer) sind der Klassiker unter den Anzuchtgefäßen. Sie sind nicht nur langlebig, sonder regulieren auch die Feuchtigkeit sehr gut. Noch dazu geben sie der ganzen Sache einen ästhetischen Aspekt der nicht zu verachten ist.


Bei allen Arten sollte immer darauf geachtet werden, dass ein Wasserablauf vorhanden ist, um ein faulen der Wurzeln zu vermeiden



Natürlich geht nichts ohne die richtige


Erde



Inzwischen dürfte es wohl allen bekannt sein, dass auf totem Boden nichts mehr wächst, geschweige denn keimt. Daher ist die Wahl eines guten Substrates, gerade für die Anzucht ein absolutes muss. Da die normale Gartenerde meist zu schwer für die zarten Keimlinge ist, empfiehlt es sich hier auf eigens dafür hergestellte Mischungen zurück zu greifen. Welche Eigenschaften diese mitbringen sollten, sehen wir uns mal genauer an:


  • Nährstoffarm

    Anzuchterde sollte auf keinen Fall "fett" sein. Wenig Nährstoffe sorgen dafür, das die Keimlinge starke, eigene Wurzeln bilden statt weich und instabil zu wachsen.

  • feine, lockere Strucktur

    Die Erde sollte krümelig und fein sein, ohne grobe Holzstücke. So haben die zarten Wurzeln leichtes Spiel und die Samen liegen gut an.

  • Gute Wasserspeicherung-ohne Staunässe

    Sie muss Feuchtigkeit halten können, aber überschüssiges Wasser auch abgeben. Nasse, schwere Erde ist einer der häufigsten Fehler bei der Anzucht

  • keimfrei

    Hochwertige Anzuchterde ist hygienisch aufbereitet. Das schützt vor Trauermücken, Schimmel und Umfallkrankheit.

  • pH-Wert im leicht sauren bis neutralen Bereich

    Ideal ist der pH-Wert bei 5,5-6,5. In diesem Bereich können junge Pflanzen Nährstoffe später gut aufnehmen.


Am Ende entscheidet oft nicht der Samen, sondern die Erde rundherum. Eine gute Anzuchterde schafft die stillen Vorraussetzungen für kräftige, widerstandsfähige Jungpflanzen.


Zu guter Letzt landen wir natürlich beim


Saatgut



Ich selbst nehme inzwischen aus meinem Garten von vielen Kulturen eigenes Saatgut. Das spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Vor allem weiß ich aber ganz genau, was ich beim nächsten Mal aussäe. Von daher kann ich bei den Kulturen, bei denen es leicht geht wirklich dazu raten, selbst Saatgut zu sammeln. (Eine Ausnahme bilden hier ganz klar Zucchini, da diese bei einer Einkreuzung von Kürbissen oder starkem Stress den Stoff Cucurbitacine stark ausbilden können. Dieser ist für den Menschen schädlich bis stark giftig. Von daher sollte hier wirklich nur geprüftes Saatgut verwendet werden.)


Bei Saatgut-Kauf gibt es folgende Dinge zu beachten:

  • Das Saatgut ist sortenrein und klar deklariert

    Auf der Packung sollte Sorte, Art und idealerweise die Nutzung(Freiland, Gewächshaus, Topf) eindeutig angegeben sein. Unklare Bezeichnungen sind ganz klar ein NoGo.

  • Hohe Keimfähigkeit

    Gutes Saatgut wird regelmäßig auf Keimfähigkeit geprüft. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum und das Erntejahr geben dir Orientierung, wie zuverlässig die Keimung sein wird.

  • Regional

    Hiermit meine ich, dass es an die Vegitationszone, in der das Saatgut ausgebracht wird, angepasst sein sollte. Z.B. kann bei einer Verwendung von Knoblauchzehen aus dem Supermarkt für die Vermehrung im eigenen Garten keine Winterhärte garantiert werden, da diese oft in wärmeren Gefilden angebaut werden und somit hier den kalten Wintern nicht standhalten.

  • Unbehandelt und sauber

    Hochwertiges Saatgut ist frei von chemischen Beizmitteln oder klar als behandelt gekennzeichnet.

    Hierbei ist besonders darauf zu achten, wenn du biologisch gärtnern möchtest und auch wenn du selbst Saatgut ernten möchtest.

  • Die Herkunft und die Züchtung sollte nachvollziehbar sein

    Gute Anbieter machen Transparent, woher das Saatgut stammt-ob samenfest oder Hybrid-und wie es vermehrt wurde. Tranparenz ist immer ein starkes Qualitätszeichen.


Samenfest?? Hybrid??

Die Bedeutung dieser Worte ist eigentlich sehr leicht erklärt.

Steht auf einer Saatguttüte der Aufdruck: F1-Hybrid so ist diese Sorte eine spezielle Züchtung, die ihre markanten Mermale nur in DIESEN Samen entwickelt. Also bei einer Saatgutentnahme von der Frucht, nicht zwingend wieder die gleiche Frucht enwickelt.

Samenfeste Sorten hingegen, geben in den Samen ihrer Früchte immer wieder die gleichen Merkmale weiter und können somit auch für die Saatguternte verwendet werden.


Am Ende sollte die eigene Aussaat ein leichter Anfang sein um sich auszuprobieren. Zu sehen was funktioniert und was eher nicht. Mit passenden Schalen, einer guten Erde und bewusst gewähltem Saatgut entsteht Raum für gesundes Wachstum- nicht total perfekt, aber dafür stimmig. Nehmt euch Zeit, beobachtet was passiert und am Ende werden ihr bestimmt mit richtig schönen Pflanzen belohnt, die euch jede Menge Früchte bringen. Ganz Slow&Easy. Probiert es doch mal aus.


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